Newsletter 1/2024

Schulpräventionsprojekt «Imi fliegt/Imi s’envole» – Ausweitung auf den Kanton Bern

Die zweijährige Pilotphase des Schulpräventionsprojekts «Imi fliegt – Imi s’envole», welche durch das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) mitfinanziert wurde, ist mittlerweile abgeschlossen. Die interne und externe Evaluation über die bisher durchgeführten Workshops zeigt, wie gross das Bedürfnis nach zuverlässigen Informationen zum Thema Gewalt in den Schulen ist.

Für Solidarité femmes steht fest: «Imi fliegt – Imi s’envole» soll weitergeführt werden. Denn der Problematik der Häuslichen Gewalt kann nur effizient und langfristig entgegengewirkt werden, wenn Präventionsarbeit konsequent im frühen Kindesalter ansetzt. Demnach muss diese künftig flächendeckend in den Schulen verankert werden.

Solidarité femmes hat aus diesem Grund geplant, das Projekt im Jahr 2024 in einem ersten Schritt auf den gesamten Kanton Bern auszuweiten. Zurzeit werden für die Workshopdurchführung im Berner Mittel- und Oberland Schulen angeschrieben und Mitarbeiterinnen ausgebildet. Um die weitere Expansion des Projektes sicherstellen zu können, sind wir auf finanzielle Mittel angewiesen. Wir freuen uns deshalb über jede Spende!

Stalking als Artikel im Strafgesetzbuch

Die Beraterinnen von Solidarité femmes beobachten in der Praxis regelmässig, dass Klient*innen von typischen Stalking-Handlungen vonseiten ihres Partners/Ex-Partners betroffen sind. So sehen sich diese oftmals täglich mit ungewollten Kontaktaufnahmen via Telefon, Brief, E-Mail und Social Media konfrontiert. Auch das für Stalking-Verhalten charakteristische Auflauern, Beobachten und Belästigen sind Situationen, welche unsere Klientinnen immer wieder durchleben müssen.

Solche Erfahrungen sind sehr einschneidend und können mit schwerwiegenden Konsequenzen für die Betroffenen einhergehen. Sie fühlen sich nicht mehr in Sicherheit und können ihrem Alltag nicht mehr wie gewohnt nachgehen, was teils massive psychische, ökonomische und soziale Belastungen zur Folge hat. Schlimmstenfalls müssen sie umziehen und werden dadurch zu einem Neuanfang gezwungen.

Das Problematische an der aktuellen Rechtslage in der Schweiz ist, dass Stalking kein unabhängiger Straftatbestand ist, weswegen es im Moment nicht möglich ist, die beschriebenen Stalking-Handlungen anzuzeigen. Möglich ist dies nur, wenn der Täter während des Stalkings ein im Strafgesetzbuch erfasstes Delikt, wie zum Beispiel eine Drohung oder Nötigung, begeht. Die Betroffenen werden also aktuell durch das Strafrecht nicht umfassend vor der Vielschichtigkeit des Stalkings geschützt. Dies soll sich künftig ändern.

Die Rechtskommission des Nationalrates hat einen Entwurf für einen Tatbestand «Stalking» ausgearbeitet. Sie plädiert dafür, dass dieser als eigenständiger Straftatbestand im Strafgesetzbuch aufgenommen werden soll. Solidarité femmes unterstützt dieses Vorhaben, denn es kann nicht länger geduldet werden, dass Betroffene die gesamte Last allein tragen müssen und gezwungen sind, sich zu verstecken und ihr komplettes Leben neu zu organisieren.

Ein Lauf für Solidarité femmes

Vom 12. April 2024 bis 12. Mai 2024 veranstaltet Solidarité femmes einen virtuellen Solidaritätslauf. Dieser erstreckt sich über 5km und kann im genannten Zeitraum vor Muttertag einmal oder mehrmals gelaufen, gewandert oder spaziert werden. Dabei sind die Teilnehmenden frei, den genauen Zeitpunkt und die genaue Strecke selbst zu wählen. Das virtuelle Rennen läuft über die App viRace:  https://virace.app/de. Die viRace App kann gratis heruntergeladen werden. Die Startgebühr beträgt CHF 10.- und kann freiwillig durch «Sponsor*innengelder» erweitert werden. Wer sich anmeldet, erhält einen Link per Mail.

Die Spenden werden für unsere wichtige Sensibilisierungs- und Präventionsarbeit sowie für den Notfonds genutzt. Der Notfonds ist eine Art Reserve, auf welche Solidarité femmes zurückgreifen kann, um die hilfesuchenden Frauen und Kinder auch dann unterstützen zu können, wenn die anfallenden Kosten nicht vollumgänglich durch die kantonale Opferhilfe abgedeckt werden. Detaillierte Informationen werden demnächst auf unserer Website bekanntgegeben. Wir laden Sie herzlich ein, am Lauf und/oder als Sponsor*in teilzunehmen und wünschen Ihnen und uns jetzt schon viele vergnügliche und sportliche Erfolge!

Veranstaltungshinweis zum 8. März

Wie jedes Jahr organisiert der Frauenplatz zusammen mit der reformierten Kirchgemeinde Biel im Filmpodium einen Filmabend mit Gesprächen.
Eine Mitarbeiterin von Solidarité femmes stellt die beiden Präventionsprojekte «Imi fliegt» sowie «j’en parle» vor.
Um 20.30 Uhr wird der Film «OLFAS TÖCHTER / LES FILLES D’OLFA » gezeigt.

Weitere Informationen unter: www.frauenplatz-biel.ch/8-marz/