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Kinder sind meist direkt oder indirekt von häuslicher Gewalt betroffen. Sei es, dass sie Misshandlungen an der Mutter miterleben oder gar selbst misshandelt werden – beides kann die gesunde Entwicklung der Kinder beeinträchtigen.


Kinder schützen

Die Kinder leiden

In einem familiären Klima von Gewalt und Angst zu leben, ist für Kinder belastend und kann sich negativ auf ihre Entwicklung auswirken. Je nach Alter reagieren die Kinder unterschiedlich auf die erlebte Gewalt. Manche leiden unter Schlafstörungen, Ängstlichkeit und Niedergeschlagenheit; andere reagieren mit Bauch- und Kopfschmerzen. Zudem lernen Kinder, dass Gewalt ein Mittel ist, um Konflikte zu lösen.

Bleiben Sie mit Ihren Sorgen nicht alleine

Suchen Sie sich Unterstützung von professionellen Stellen. Die ambulante Beratungsstelle des Frauenhaus Region Biel berät Sie, welche Rechte Sie und Ihre Kinder haben und wie Sie sich schützen können. Falls Sie aus der Gewaltsituation ausbrechen möchten, helfen wir Ihnen, den Wegzug zu planen und einen Eintritt in das Frauenhaus oder eine andere Notunterkunft vorzubereiten.

Falls Sie sich entscheiden, zu gehen

Da das Kindeswohl durch die Gewalt gefährdet wird, haben Sie gemäss Artikel 274 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches das Recht, mit Ihren Kindern von Zuhause weg zu gehen, auch wenn der Vater dadurch für eine gewisse Zeit keinen Kontakt zu den Kindern hat. Falls Sie in ein Frauenhaus eintreten, sollten Sie auf alle Fälle versuchen, Ihre Kinder mitzunehmen. Ist das nicht möglich, so bleiben Sie mit Ihren Kindern in Kontakt. Versuchen Sie, die Kinder sobald wie möglich zu holen.

Denken Sie daran, für Ihre Kinder folgendes mitzunehmen:

  • Pass oder Identitätskarte der Kinder
  • Aufenthaltsbewilligungen der Kinder
  • Kuscheltiere, Lieblingsspielzeuge
  • Einige Kleider
  • Schulsack
  • Medikamente

Kinder im Frauenhaus

Wie ist das Leben mit Kindern im Frauenhaus?

Kinder sind im Frauenhaus willkommen. Wir bieten verschiedene Aktivitäten für Kinder an, wie das Malatelier, die Mutter-Kind-Gruppe sowie Kinderanimation.

Kinder- und Mütterberatung

Durch die erlebte Gewalt befinden sich auch die Kinder in einer Krisensituation. Umso wichtiger ist es, dass ihre Bedürfnisse ernst genommen werden und sie die nötige Unterstützung erhalten. Auch die Kind-Mutterbeziehung kann durch die Gewaltsituation beeinträchtigt werden. Darum bietet die Beratungsstelle Frauenhaus Region Biel Mütter- und Kinderberatungen an. Themen und Inhalte dieser Beratungen finden Sie unter Angebot.

Kindergarten- und Schulbesuch

Ein Frauenhausaufenthalt ist manchmal mit einem Ortswechsel verbunden. Dadurch können die Kinder ihre Schule oder ihren Kindergarten für eine gewisse Zeit nicht mehr besuchen. Bleiben Sie länger im Frauenhaus, so kann Ihr Kind in einen anderen Kindergarten oder in eine andere Schule wechseln.

Betreuungsmöglichkeiten

Das Frauenhaus Region Biel bietet keinen Hütedienst an. Falls Sie berufstätig sind, können wir Ihnen jedoch bei der Suche nach einer geeigneten Betreuungsmöglichkeit helfen.


Rechtliche Aspekte

Rechte der Kinder nach OHG

Gemäss Opferhilfegesetz (OHG) haben auch die Kinder des Opfers einer Straftat Anspruch auf Opferhilfe unabhängig davon, ob sie selber Opfer sind.

Besuchs- und Kontaktrecht

Im Fall einer Trennung wird das elterliche Sorgerecht meistens einem Elternteil zugesprochen. Die Eltern können zwar einen Antrag auf ein gemeinsames Sorgerecht stellen, doch im Fall von häuslicher Gewalt ist dies nicht empfehlenswert. Der Elternteil, dem das Sorgerecht nicht zukommt, darf das Kind in regelmässigen Abständen sehen.

Wie nun das Besuchsrecht konkret umgesetzt wird, hängt vom Alter des Kindes ab, sowie von der Lebenssituation der Eltern und des Kindes. Gerade bei Situationen häuslicher Gewalt lösen Regelungen rund um das Besuchsrecht grosse Ängste aus. Die Fachfrauen der Beratungsstelle Frauenhaus Region Biel beraten Sie gerne bei Fragen rund um das Besuchs- und Kontaktrecht.